Anfrage der SPD Kreistagsfraktion an die Kreisverwaltung zum Thema Wassermanagement

Sehr geehrter Herr Bohlmann!

Auf der Sitzung der SPD Kreistagsfraktion am 4. Mai 2022 wurden die Mitglieder vom Leiter des Trinkwasserverbandes Stefan Hamann über die aktuelle Situation der Trinkwasserversorgung aus dem Wasserwerk Panzenberg informiert. Die bisherigen Fördermengen von durchschnittlich ca. 9 Millionen Kubikmetern Grundwasser jährlich aus dem Wasserwerk Panzenberg werden zum größten Teil an die Hansestadt Bremen geliefert. Die dafür erteilte Genehmigung ist seit Jahren abgelaufen, der Trinkwasserverband arbeitet z.Zt. an neuen Antragsunterlagen.

Die Trinkwasserförderung hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Halsebach im Umfeld der Brunnen über weite Strecken trocken gefallen ist und nur noch bei Starkregenereignissen etwas Wasser führt. Laut Gutachten ist eine Erholung des Zustandes nur bei einer drastischen Reduzierung auf 1 Million Kubikmetern oder bei kompletter Einstellung der Förderung zu erwarten.
Die Grundwasserneubildung ist laut Herrn Hamann aktuell mehr als ausreichend, eine weitere Verschlechterung sowohl des Grundwasserpegels als auch der Situation an der Halse schließt Herr Hamann aus.

Aus den vorliegenden Informationen leiten sich für uns folgende Fragen ab:

1. Im Zuge des Klimawandels ist mit zunehmend niederschlagsarmen Perioden zu rechnen. Inwieweit bezieht der Landkreis die Sicherheit der Wasserversorgung der eigenen Bevölkerung in seine Überlegungen zur Genehmigung weiterer Fördermengen ein?

2. Die Reduzierung der Fördermenge von bislang 10 Mio. Kubikmetern ist für die SPD-Kreistagsfraktion wünschenswert. Ist der Landkreis bereit, einen festen Wert für die Fördermenge vorzugeben? Falls ja, welche Menge beabsichtigt der LK zu genehmigen?

3. Die Landwirtschaft hat einen zunehmenden Wasserbedarf durch Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen. Dadurch besteht die Gefahr weiter absinkender Grundwasserstände. Sieht der Landkreis Möglichkeiten, durch Rückstau von Abflüssen, Wiedervernässung oder, wie in der Presse berichtet, Zuleitung von Flusswasser, den Wasserhaushalt im Kreisgebiet zu stabilisieren.

4. Die Flächen am Rand des Halsebaches sind vielfach in Privatbesitz (Auen, Feuchtgebiete). Sie trocknen zunehmend aus. Die Eigentümer sind an feuchtigkeitserhaltenden Maßnahmen, die der TV vorgeschlagen hat, bislang nicht interessiert. Ist der Landkreis Verden als Genehmi-gungsbehörde bereit, mit den Eigentümern in Gespräche einzutreten?

5. In den Nachbarlandkreisen Nienburg und Diepholz wurden Bestrebungen zu einem Wassermanagement implementiert. Wie ist die Situation hier im Landkreis Verden?

6. Um einen Erfahrungsaustausch mit den Nachbarkreisen einzuleiten, bittet die SPD-Kreistagsfraktion die Verwaltung darum, Fachleute, die im Wassermanagement-Bereich arbeiten und Erfahrungen gesammelt haben, zunächst in den Ausschuss für Klima-, Umwelt-, Naturschutz und Landwirtschaft einzuladen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerard-Otto Dyck, Kreistagsabgeordneter