Dörte Liebetruth: Gleichstellungs-Politik muss auch nach Corona weitergehen – Auch Männer sind gefordert

Dr. Dörte Liebetruth
Dr. Dörte Liebetruth Bild: SPD Kreis Verden

Ein Gespräch über die Gleichstellungspolitik für die Zukunft nach Corona mit dem Vorstandsteam des Kreisfrauenrates stand am Dienstag im Blickpunkt einer von der SPD-Kreischefin Dr. Dörte Liebetruth (MdL) modierierten Video-Konferenz der SPD im Landkreis Verden. Dabei gratulierten Liebetruth und der gesamte SPD-Kreisvorstand gleich zu Beginn dem neuen Vorstandsteam  des Kreisfrauenrates mit Karin Labinsky-Meyer an der Spitze zu seiner Wahl und sprach sich für eine weitere enge und gute Zusammenarbeit aus. Karin Labinsky-Meyer nutzte die Gelegenheit, Dörte Liebetruth für die bisherige großartige Unterstützung zu danken, die der Kreisfrauenrat durch Dörte Liebetruth erhalten hat. So freue sie sich, dass Liebetruth stets auch die Interessen der Frauen aus dem Landkreis Verden im Landtag vertritt.

Es ging auf der Video-Konferenz aber auch inhaltlich zur Sache: So wurde vom Vorstand des Kreisfrauenrates für eine noch bessere Verzahnung zwischen Jugendhilfe und dem Frauenhaus geworben. Weiter wurde verdeutlicht, dass gerade Frauen und Kinder die Leidtragenden der Corona-Pandemie sind. Auch wurde angemahnt, dass beispielsweise auch 450/520 Euro-Jobs zur Benachteiligung von Frauen beitragen. Während andere Beschäftigungsverhältnisse in der Corona-Zeit auf Kurzarbeit umgestellt wurden, war dies bei den Mini-Jobbern nicht möglich. Eva Hibbeler hob hervor, dass von der Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde im Landkreis Verden vor allem Frauen profitieren werden.

Die Teilnehmenden an der Diskussion kamen zu dem Schluss, dass im politischen Handeln immer wieder klar gemacht werden muss, dass Gleichstellung ein Grundrecht ist. So sollte in den Räten der Städte und Gemeinden immer wieder der Gleichstellungsplan vorgelegt wrden und gefragt werden: „Was passiert gerade im Hinblick auf die Gleichstellung?“ Auch Männer müssen aufstehen und sich für Gleichstellung einsetzen, lautete der abschließende Appell.

Karin Labinsky-Meyer machte deutlich, dass oft wenn sich die Wohnungssituation verschäft, auch eine Zunahme der Gewaltsituation für Frauen festzustellen ist. Man müsse sich der Frage stellen, wo geeignete Unterkünfte sein könnten, für Menschen denen geholfen werden soll. Hierbei sei auch in besonderer Fokus auf Frauen zu richten. Dörte Liebetruth machte auch deutlich, dass derzeit angesichts des des Krieges in der Ukraine eine große Welle der Hilfsbereitschaft durch unseren Landkreis geht und sich viele Türen für direkte Hilfen geöffnet haben. Die Teilnehmer der Konferenz sahen in dieser Hilfsbereitschaft auch eine Chance für alle Geflüchteten aus anderen Ländern.

Alle waren sich einig, dass aus den Fehlern (z. B. den geschlossenen Kitas und Schulen), die vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie gemacht worden seien, Konsequenzen gezogen werden müssten. Ob Pandemiezeit oder nicht – es ist eine große Aufgabe, die Corona-Spätfolgen bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei betroffenen Frauen aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass sich künftig offenkundige Fehler nicht wiederholen.