Fritz-Heiner Hepke fordert Kindergrundsicherung

Fritz-Heiner Hepke
Fritz-Heiner Hepke

Im Rahmen ihrer Schwerpunktwoche „Kinderarmut“ zur Bundestagswahl hat Fritz-Heiner Hepke (Uphusen), Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt und SPD-Vize-Kreisvorsitzender, für die AWO gefordert, die Kindergrundsicherung in der nächsten Wahlperiode des Deutschen Bundestages verbindlich durchzusetzen. SPD-Sozialexperte Hepke dazu im Pressedienst der Kreis-SPD: „Man darf nicht länger zusehen, wie jedem fünften Kind in Deutschland ein Aufwachsen in Armut zugemutet wird und Zukunftschancen verspielt werden“.

Er nannte es schlicht einen Skandal, dass es in Deutschland, einen der wohlhabensten  Länder der Welt, nicht gelinge, allen jungen Menschen ein Aufwachsen ohne Armut zu ermöglichen. Die AWO wisse mittlerweile aus eigener Forschung und Praxis, dass Kinder- und Jugendarmut weit mehr sei als ein punktueller Mangel an Geld. „Wir sprechen hier über langfristige Entwicklungsrisiken, die sich häufig bis ins Erwachsenenalter hinein und über verschiedene Lebensbereiche erstrecken“, erläuterte der frühere SPD-Landtagsabgeordnete Hepke.

Wie die AWO hält auch der SPD-Sozialpolitiker Hepke das bestehende Leistungssystem für Kinder und Familien für unzureichend, unübersichtlich und ungerecht. Auf Grund einer komplizierten Vielzahl an Einzelleistungen mit unterschiedlichen Zugangskriterien, Antragserfordernissen, Zuständigkeiten und vielfach ungünstig ausgestalteter Schnittstellen laufen viele Leistungsansprüche ins Leere, rügte der AWO-Kreisvorsitzende.

„Corona hat die Lage nochmals dramatisch verschärft. Neben der Möglichkeit einer armutsfesten Erwerbstätigkeit, einer armutssensiblen sozialen Infrastruktur, passgenauer Angebote für Familien und mehr Bildungsgerechtigkeit brauchen wir endlich eine einkommensabhängige Kindergrundsicherung, die wirklich hilft anstatt wie bisher die bestehenden Ungleichheiten weiter zu zementieren und Bessergestellte auch noch zu privilegieren“, verdeutlichte Fritz-Heiner Hepke.

Das derzeitige Leistungsniveau reiche zudem insgesamt nicht aus, um Kinder finanziell abzusichern und ihre soziale Teilhabe sicherzustellen. Auch die Verteilungswirkung sei kritikwürdig, denn wohlhabende Familien werden über das Steuerrecht für die Bedarfe ihrer Kinder finanziell stärker entlastet. Was für die Bedarfe armer Kinder im Sozialrecht zur Verfügung gestellt wird, sei hingegen deutlich weniger.

Fritz-Heiner Hepke abschließend: „Fest steht für mich, das das System der Kindergrundsicherung einfacher, stringenter und ohne Stigmatisierungsgefahr gestaltet werden muss. Das Geld muss zu denjenigen Kindern umverteilt werden, die es wirklich brauchen.“