Michallik und Teubert: Das Recht auf Homeoffice muss bleiben!

Bernd Michallik und Dietmar Teubert

„Das Recht auf Homeoffice muss da, wo die Umsetzung möglich ist, selbstverständlich sein und auch nach Corona bleiben!“ Über diese Auffassung war sich SPD-Kreisvorsitzender Bernd Michallik bei einem aktuellen Meinungsaustausch mit dem Vorstand der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im Landkreis Verden (AfA) einig. Wortführer bei der AfA war deren Kreisvorsitzender Dietmar Teubert. Michallik stand dabei der SPD-Arbeitnehmerschaft Rede und Antwort zur aktuellen Bundespolitik und den Plänen der SPD für den Bundestagswahlkampf.

Dass der Anspruch der Beschäftigten, zuhause arbeiten zu können, Ende Juni auslaufen soll, sahen die AfA-Vertreter sehr kritisch. „Auch bei sinkenden Corona-Zahlen wird die Pandemie dann noch nicht überwunden sein“, stimmte Bernd Michallik dem zu. „Wenn Wirtschaftsverbände jetzt fordern, sogar noch vorher aus der Homeoffice-Pflicht auszusteigen, wird das der Situation nicht gerecht. Immerhin sind auch noch Teile des wirtschaftlichen und sozialen Lebens aus guten Gründen eingeschränkt“, gab der SPD-Kreisvorsitzende zu bedenken.

Das die Uhr beim Homeoffice nicht einfach zurückgedreht werden kann, machte auch Dietmar Teubert deutlich. Seine Ansage dazu war eindeutig: „Das Homeoffice muss auch unabhängig von der pandemischen Lage auf stabile gesetzliche Füße gestellt werden!“ Auch bei vielen Unternehmen gebe es schließlich positive Erfahrungen  mit dem ortsflexiblen Arbeiten. „Aus Arbeitnehmersicht ist nicht zuletzt festzustellen, dass das Homeoffice für die Zeit nach der Pandemie auch neue Möglichkeiten für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf schafft“, folgerte Teubert.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig,dass die SPD mit einem modernen Gesetz für mobiles Arbeiten daher dafür sorgen soll, dass Arbeitgeber künftig nicht mehr willkürlich oder aus Prinzip Nein sagen können, sondern konkrete betriebliche Gründe vortragen müssen, wenn sie ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice verwehren wollen.

„Wir wollen dabei eine Untergrenze von 24 Tagen, auf die jeder Arbeitnehmer und jeder Arbeitnehmerin ein Recht haben soll“, berichtete Michallik aus der SPD-Programmdiskussion. „Darüber hinaus gehende Abmachungen sollen zwischen den Tarifparteien jederzeit möglich sein.“

Weiteres wichtiges Thema war die Situation von Schulabsolventen und Auszubildenden in der Pandemie. „Hier geht es um die Fachkräfte von morgen“, betonten Michallik und Teubert. Daher seitens der AfA und SPD die dringende Aufforderung an die Betriebe: Bilden Sie weiter aus! Und übernehmen Sie ihre ausgelernten Azubis. Die Ausbildungsprämie des Bundes sei eine gute Hilfe, auch unter Pandemie-Bedingungen die Ausbildungsplätze zu erhalten.