Fritz-Heiner Hepke warnt vor gesellschaftlicher Spaltung

Fritz-Heiner Hepke
Fritz-Heiner Hepke

Fritz-Heiner Hepke, AWO-Kreisvorsitzender und SPD-Sozialexperte aus Uphusen, warnt angesichts des 6. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung vor der im Bericht ausgewiesenen Polarisierung und einer zunehmenden Verfestigung von Armutslagen. Corona habe die Ungleichheiten weiter verschärft. Es braucht jetzt und für die Zeit nach Corona eine entschlossene Stäkung des Sozialstaates und wirksame Investitionen in den sozialen Zusammenhalt, bekräftgt Hepke im Pressedienst der Kreis-SPD.

Der SPD-Kreis-Vize konkret: „Arbeit und eigene Anstrengung sollten ein Garant für ein Leben ohne Armut sein.  Gleichzeitig sehen wir jedoch, dass Arbeit häufig nicht mehr vor Armut schützt. Das Aufstiegs- und Sicherheitsversprechen hat Risse bekommen“. Der Regierungsbericht zeigt für den AWO-Kreisvorsitzenden insgesamt, dass Armut und Ungleichheit trotz einer günstigen wirtschaftlichen Entwicklung in den Vor-Corona-Jahren weiterhin auf einem hohen Niveau bleibt. Zudem manifestiert sich Armut in Teilen in einer zunehmenden Verfestigung und Kumulation sozialer Problemlagen, wobei die die gesellschaftliche Mitte schrumpft.

Auch Ungleichheiten und Risiken auf dem Arbeitsmarkt sind hoch, folgert Hepke aus dem Bericht: Im SGB II befinden sich über 1 Million Erwerbstätige. 8 bis 9 Prozent der Erwerbstätigen erzielt ein Einkommen unterhalb der Armutsschwelle. Mehr als jeder fünfte Arbeitnehmer arbeitet im Niedriglohnsektor.

Fritz-Heiner Hepke weiter: „Die Erfahrungen der Vor-Corona-Jahre haben uns dabei gezeigt: Aus der Armut können wir nicht einfach herauswachsen, sondern müssen sowohl bei Einkommens- als auch bei der Umverteilung nachsteuern. Es gilt daher, die Tarifbindung zu erhöhen und prekäre Beschäftigung einzudämmen. Es gilt zudem, die Umverteilungswirkung des Steuer- und Transfersystems zu erhöhen, auch und gerade in Zeiten knapper Mittel.“