Wirtschaftsforum der SPD begrüßt Überbrückungskredit für Condor / Frenzel: „Pleite wäre fatal für Tourismusbranche“

Das Wirtschaftsforum der SPD begrüßt den Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft Condor. „Die Airline ist ein gesundes und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen. Angesichts der bevorstehenden Herbstferien wäre eine Pleite für die deutsche Tourismusbranche ein fatales Signal“, sagt der Präsident des Wirtschaftsforums der SPD, Dr. Michael Frenzel. Der Ferienflieger übernehme einen Großteil der Urlaubsflüge vieler deutscher Reiseveranstalter. Gerade einmal 20 Prozent aller Condor-Passagiere hätten ihre Reisen zuletzt über Thomas Cook gebucht.

Nach der Insolvenz des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook gewährt der Bund und das Land Hessen der deutschen Konzerntochter Staatshilfen in Höhe von rund 380 Millionen Euro, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag bekanntgab. „Die Entscheidung ist richtig. Denn es geht um den Erhalt von fast 5000 Arbeitsplätzen. Und es geht darum, kurzfristige Liquiditätsengpässe eines profitabel arbeitenden Wettbewerbers zu vermeiden“, so Frenzel weiter. Bei einer Rückholaktion für deutsche Urlauber nach britischem Vorbild kämen deutlich höhere Kosten auf den Steuerzahler zu. Aktuell sind etwa 140.000 Urlauber mit dem Unternehmen unterwegs.

Frenzel zeigt sich zuversichtlich, dass Condor die Staatshilfen in Millionenhöhe zurückzahlen wird. „Bei Air Berlin ist das auch gelungen. Und mit einem bereinigten operativen Gewinn von knapp 129 Millionen Pfund stand Condor zuletzt sehr viel besser da als Air Berlin im Jahr 2017“, betont Frenzel.  Vor diesem Hintergrund begrüße das Wirtschaftsforum der SPD erste positive Stimmen der EU zum deutschen Rettungsplan. „Wir fordern die Kommission in Brüssel auf, in konstruktiven Gesprächen mit der deutschen Seite möglichst schnell zu einer Entscheidung zu kommen und einem Überbrückungskredit für Condor zuzustimmen“.