Flüchtlingsprobleme wurden in Langwedel debattiert

Zahlreiche Mitglieder der SPD im Landkreis Verden nutzten am Dienstagabend im Saal des Gasthauses Klenke in Langwedel die Gelegenheit, um sich im Rahmen einer erweiterten Kreisvorstandssitzung bei der Debatte über aktuelle politische Themen einzubringen und eigene Idee und Vorschläge vorzutragen.

Begonnen wurde mit einen Rückblick auf die Fachkonferenz mit dem EU-Parlamentarier Bernd Lange zum Thema "TTIP-Abkommen", die in Achim vor über 90 Gästen stattfand, sowie auf einen von Experten gestalteten Kommunalworkshop. Beide Tagungen wertete Bernd Michallik als Erfolg.
 
Im Blickpunkt der Tagung stand  jedoch diesmal die Flüchtlingssituation im Landkreis Verden. Dazu rief SPD-Kreischef Michallik alle demokratischen Parteien auf, hierbei die Gemeinsamkeiten und die Zusammenarbeit zu suchen. Markige Sprüche würden nur den Rechtspopulisten nutzen. Weiter lobte er das Krisenmanagement von Landrat Peter Bohlmann und seinem Mitarbeiterstab und dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich vor Ort der Flüchtlinge annehmen.
 
Es ging in der Debatte in Langwedel aber auch um Positionsbestimmungen und Fragen rund um ein Einwanderungsgesetz für Deutschland. Dabei wurde der Bedarf an Fachkräften für die Wirtschaft und die demografische Entwicklung deutlich. "Bereits im Jahr 2025 werden im Landkreis Verden viele Fachkräfte fehlen, gleichzeitig wird es zu einer älter werdenden Bevölkerung und einem Bevölkerungsrückgang kommen. Dies müssen wir ausgleichen und jetzt die richtigen Weichen stellen", betonte Bernd Michallik.
 
Die Forderung des SPD-Kreisvorsitzenden dazu konkret: "Wir brauchen ein Einwanderungsrecht, das diesen Namen auch verdient und nicht durch seine Komplexität vor einer Arbeitsaufnahme in Deutschland abschreckt und Unternehmen die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte erschwert", so Bernd Michallik nachdrücklich.
 
Auch aus Statements des Achimer SPD-Vorsitzenden Fritz-Heiner Hepke und des Oytener SPD-Vorsitzenden Ralf Großklaus wurde deutlich, wohin der Kurs in den nächsten Jahren gehen muss. Hepke: "Für Menschen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union müssen wir Möglichkeiten schaffen, nach Deutschland zu kommen und ihnen über die Integration in den Arbeitsmarkt im Landkreis Verden eine langfristige Persepktive zu eröffnen. Nur so können wir diese Arbeitskräfte dauerhaft in unserer Region halten", stellte Fritz-Heiner Hepke unter Verweis auf die aktuellen und künftigen Bedürfnisse der Migranten und der Wirtschaft fest.
 
Ralf Großklaus wies darauf hin, dass es immer noch an Durchlässigkeit zwischen dem System des Asyl- und Ausländerrechts und einer Einwanderung fehle. Auch der Übergang zwischen Ausbildung und Arbeit in Deutschland müsse für Ausländer erleichtert werden, wenn die Integration von Migrantinnen und Migranden in den heimischen Arbeitsmarkt gelingen soll, befand Großklaus.
 
In der angeregten Diskussion über ein Einwanderungsgesetz wurde mehrfach hervorgehoben, dass Angebote zur Integration und zum Erwerb der deutschen Sprache besonders wichtig sind und daher dringend ausgeweitet werden müssten. Begrüßt wurde, dass viele der Kreisverdener Unternehmen bereit sind, Flüchtlinge zu beschäftigen. Dabei spielen jedoch die Sprachkenntnisse eine wichtige bis sehr wichtige Rolle. "Die Unternehmen im Landkreis Verden haben bereits die Chancen der aktuellen Migrationsentwicklungen erkannt. Die Gewerkschaften ebenso. Wir müssen uns nun politisch für die Gestaltung und Steuerung der Einwanderung über ein Einwanderungsgesetz einsetzen", fasste SPD-Kreisvorsitzender das Ergebnis der einzelnen Debattenbeiträge zusammen.
 
Außerdem informierte SPD-Kreischef Bernd Michallik über Neuigkeiten aus dem SPD-Wahlteam und über die weitere Wahlkampfplanung 2016. SPD-Kreistagsabgeordneter Ralf Großklaus berichtete ferner in seiner Eigenschaft als Mitgliederbeauftragter der Kreis-SPD über geplante Maßnahmen zur Mitgliederpflege und Mitgliederwerbung.